05. 12.: Nächste Veranstaltung: Die Fiat-Streiks der 1960er und 1970er Jahre

Die Ära der Kaninchen ist zu Ende“ – Die FIAT-Streiks in den 1960er und 1970er Jahren

Die Ära der Kaninchen ist zu Ende – heute wird gestreikt“ ist auf einem Schild während der FIAT-Streiks 1969 zu lesen. Das Jahr markiert einen radikalen Umbruch der sozialen Beziehungen bei FIAT-Mirafiori in Turin. Über ein Jahrzehnt sollte die größte Auto-Fabrik Italiens nicht mehr zur Ruhe kommen. Linke aus ganz Europa sahen die FIAT-Streiks als Bezugspunkt. Für die Gewerkschaftslinke wurde Mirafiori zum Experimentierfeld basisdemokratischer Organisationskonzepte, für die radikale Linke das Fanal für den Aufstand des „Massenarbeiters“ und seinen „Kampf gegen die Arbeit“.

50 Jahre danach schauen wir uns die Streiks noch einmal genauer an. Was waren die Ursachen und die Ergebnisse? Welche Auswirkungen hatten sie auf die Arbeitsbedingungen? Wie reagierten die Gewerkschaften und welchen Einfluss hatten die Kämpfe auf linke Theorie und Praxis – wie den Operaismus – welchen Einfluss hatte dieser in der Fabrik? Was war Mythos und was Realität? Schließlich wollen wir auch überlegen, was man aus den damaligen Ereignissen für heute lernen kann.

Referent: Dietmar Lange, Historiker und Doktorand der Freien Universität. Er hat sich in seiner Dissertation mit den FIAT-Streiks in den 1960er und 1970er Jahren beschäftigt. Sie wird in Buchform voraussichtlich 2020 erscheinen.

Wann: 5. 12. 2019, 19 Uhr

Wo: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin (Tram ¾, zwei Stationen om Alex)

Gemeinsame Veranstaltung von Förderkreis Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Förderverein für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West, Helle Panke.

***

Letzte Veranstaltung:

30 Jahre nach dem Runden Tisch in Polen: Der rechte Aufbruch und die Ergebnisse der Sejm-Wahlen

Mit: Marek Jakubowski (Postkom)

Wann: 19. 11. 2019, 19 Uhr

Wo: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin, Robert-Havemann-Saal

Der Aufstieg der autoritär-nationalistischen PiS und die Schleifung parlamentarisch-demokratischer Regularien dominieren die Polen-Debatte in Deutschland. Weniger wird die Existenz einer radikalen Rechten jenseits der PiS zur Kenntnis genommen. Und völlig aus dem Blick geraten die dramatischen Lebens- und Arbeitsverhältnisse in großer Teile der Bevölkerung, vor deren Hintergrund die sozialstaatlich orientierte Politik der PiS bei den Wahlen neue Erfolge erzielen konnte. Wie ist das Ergebnis der Sejm-Wahlen im Kontext der heutigen politischen und sozialen Situation einzuschätzen? Wie lassen sich der Einzug der Linken, bei gleichzeitiger Stärkung des rechten Flügels, im Sejm bewerten? Und welchen Zusammenhang gibt es zum Umbruch von 1989 in Polen?

Gemeinsame Veranstaltung von AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West und Postkom

****

Bisherige Veranstaltungen zum 30. jahrestag der Deutschen Demokratischen Revolution:

1989: Woher – Wohin – Was bleibt?

Diskussion Linksoppositioneller (Mittel)Osteuropas über den Umbruch von 1989 und seine Bedeutung für linke Alternativen heute

Tamás Krausz (Herausgeber »Eszmélet«, Budapest)*

Przemysław Wielgosz (Le Monde diplomatique/edycia polska, Warschau)**

Bernd Gehrke (AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West, Berlin)***

Moderation: Renate Hürtgen (AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West, Berlin)****

 Wann: Freitag, 8. November 2019 , 19.00 – 22.00 Uhr

Wo: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann-Saal, Greifswalder Str. 4 (Tram 3 u. 4. zwei Stationen vom Alexanderplatz

Obwohl es vergleichbare Erfahrungen mit den Diktaturen Osteuropas und den Umbrüchen von 1989 sowie viele Gemeinsamkeiten ihrer aktuellen Situation innerhalb Europas gab und gibt, ist eine grenzüberschreitend geführte Diskussion der Linksoppositionellen aus den Länder des ehemaligen Ostblocks schon lange verstummt. Verbannt in die Peripherie verlängerter Werkbänke einer neoliberalen Europäischen Union, Verarmungs- und Abwanderungsprozessen ausgesetzt und mit dem Aufstieg autoritär-nationalistischer Bewegungen konfrontiert, ist es an der Zeit, wieder ins Gespräch zu kommen.

Im Rahmen dieser Veranstaltung werden Linksoppositionelle von vor und nach 1989 darüber diskutieren, ob es auf alte Fragen über den Charakter des untergegangenen Ostblocks neue Antworten gibt, welche Weichen die unterschiedliche Art und Weise der Umbrüche von 1989 in den einzelnen Ländern gestellt hat, und welche Bedeutung einstige Konzepte über den Selbstverwaltungssozialismus für Gegenwart und Zukunft haben können. Nicht zuletzt wollen wir darüber reden, welche Perspektiven der Linken in unseren Ländern denkbar sind und überlegen, ob es gemeinsame politische Initiativen der alternativen Linken (Mittel)Osteuropas zukünftig überhaupt geben kann.

* Tamás Krausz ist Historiker und Professor an der Eötvös-Loránd-Universität in Budapest;  1989 war er Mitbegründer der Baloldali Alternatíva Egyesülés (Linke Alternative); er ist Redakteur der linken Vierteljahreszeitschrift »Eszmélet«.

** Przemysław Wielgosz war 1989 in der anarchistischen Bewegung aktiv, engagierte sich in der politischen und künstlerischen Kommune Otwock und gab die Zeitschrift Rewolta heraus. Heute ist er Chefredakteur der polnischen Ausgabe der Monatszeitschrift Le Monde diplomatique und der Buchreihen Library Le Monde diplomatique sowie Library of Economic Alternatives.

*** Bernd Gehrke ist als Historiker und Publizist tätig; 1989 war er Mitbegründer der Vereinigten Linken in der DDR und der Grünen Liga; heute engagiert er sich im Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West sowie im #Netzwerk-Ost.

**** Renate Hürtgen ist als Historikerin tätig, 1989 war sie Mitbegründerin der Initiative für Unabhängige Gewerkschaften; heute engagiert sie sich im Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost-West sowie im #Netzwerk-Ost.

****

Der rechte Osten?! Mythos oder Realität?

Wann: 2. Oktober 2019, 19 Uhr

Wo: Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin, Robert-Havemann-Saal

Veranstaltung im Rahmen der Themenwoche zu 30 Jahre demokratische Revolution in der DDR „Keine Revolution ist auch keine Lösung!“

Die Ursachenforschung namentlich nach den Wahlen in Sachsen und Brandenburg für das gute Abschneiden der AfD hat derzeit Hochkonjunktur. In den offiziellen Medien rangieren einmal die Diktatur-Erfahrungen der DDR-Büger*innen auf Platz eins, einmal die der Massenarbeitslosigkeit in den 1990er Jahren, dann wieder das Dominanzverhalten des Westens gegenüber dem Osten, und dann sei es doch wohl die Demokratieunerfahrenheit der Ostdeutschen, die sie zu den Rechten treibe.

Wir wollen mit dem Soziologen Steffen Mau, Autor des Buches „Lütten Klein: Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft“ und Professor im Fachbereich Makrosoziologie der Humboldt-Universität Berlin, über die Ergebnisse seiner Forschungen diskutieren, die vielen Deutungsversuche hinterfragen und mit unterschiedlichen Herangehensweise den Gründen für die rechte Entwicklung im Osten nachgehen.

Es diskutieren: Steffen Mau, Renate Hürtgen und Bernd Gehrke (AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost West)

Veranstalter: AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost West und Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte

***

Der Herbst 1989 – Über Anfang und Ende des emanzipatorischen Aufbruchs in der DDR

Veranstaltung im Rahmen der Themenwoche 30 Jahre demokratische Revolution in der DDR „Keine Revolution ist auch keine Lösung!“

Wann: 4. Oktober 2019, 18 Uhr bis 21 Uhr

Wo: Robert-Havemann-Saal

Der offiziöse Mainstream erklärt die Maueröffnung und die deutsche Einheit zum „eigentlichen Sinn“ und „Zweck“ der demokratischen Revolution. Viele – auch Linke – reduzieren Ostdeutschland seit ´89 auf eine rechte Entwicklung, die heute in Pegida endet. Warum sind ab September 1989 Hunderttausende auf die Straße gegangen, womit waren die Mehrheiten in der DDR besonders unzufrieden? Was wollten sie ändern und warum brauchte es dafür eine Revolution? Welche Rolle spielte die Opposition dabei? Welchen Charakter hatte die Revolution in der DDR 1989? Warum und wann schlug der Aufbruch in einen anti-emanzipatorischen, von Mehrheiten getragenen „Beitritt“ zur Bundesrepublik um? War die Revolution gegen die Diktatur des DDR-Regimes damit gescheitert? Wie ging es nach 1990 weiter? Wir geben einen Ausblick auf eine sich ausdifferenzierende ostdeutsche Gesellschaft, in der eine relevante Minderheit mit einer bis 1994 dauernden Streik- und Protestwelle massive Gegenwehr gegen die Treuhandpolitik leistete.

Workshop mit Bernd Gehrke, Renate Hürtgen (AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost West)

Veranstalter: Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost West und Stiftung Haus der Demokratie und Menschenrechte

***

Die Renaissance autoritären Denkens und Handelns in Ost- und Westdeutschland – Abschlussveranstaltung

Veranstaltungsreihe von Teilhabe e.V.

III. TEIL

Was ist „neu“ an den Neuen Rechten? Was hat es mit dem rechten Populismus auf sich?

Wann: Samstag, 12. Oktober 2019 um 15 Uhr

Wo: Mehringhof, Gneisenaustr. 2a (U-Bhf. Mehringdamm)

Aktuell wird viel über die Neuen Rechten und die rechtspopulistischen Bewegungen, über ihr Denken und strategisches Vorgehen geredet. Unklar bleibt dabei jedoch weitgehend, was an den Phänomenen wirklich neu ist bzw. ob nicht doch von neuen Faschisten gesprochen werden sollte. Oft mangelt es an einer differenzierten Sicht auf die politischen Gruppierungen, werden vorschnell unzulässige Verallgemeinerungen vorgenommen, die ein realistisches und klares Bild der Situation erschweren. „Alles nur Faschos im Osten“, „Alle Hartz IV‘ler wählen AfD“: diese und ähnliche bekannte Sprüche illustrieren die herrschenden Vorurteile.

Diesen Fragen und Problemen ist Teilhabe e.V. in einer Veranstaltungsreihe nachgegangen. Die rechten Parteien und politischen Gruppen sind dabei Ausdruck der Verhältnisse, ebenso wie der Widerstand gegen die Rechtsentwicklung.

In unserer Abschlussveranstaltung wollen wir die Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg auswerten. Dabei soll es nicht nur um die AFD gehen, ebenso um das Abschneiden der Partei die Linke. Wer hat wen warum gewählt oder aber auch nicht. Was bedeutet die immer noch hohe Zahl an Nichtwähler*innen? Ist die Linkspartei mit ihrer neuen Klassenpolitik gescheitert? Wie kann ein Zurückdrängen der AFD und in ihrem Windschatten von rechtsradikalen Hooligans sowie Neonazigruppen aussehen? Verstehen von „berechtigten Interessen“ oder „klare Kante zeigen“ gegen Rechts?

Mit:

Renate Hürtgen und Bernd Gehrke (AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost West)

Katja Barthold (Autorin in „Neue Klassenpolitik“)

Thilo Broschell (Teilhabe e.V.)

Veranstaltet von Teilhabe e.V. und AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost West (https://teilhabe-berlin.de/)

Unterstützt von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt

***

***

Letzte Veranstaltungen

 Einladung zu Rundem Tisch: An die Bundestagsabgeordneten: „Bin ich Antisemitin?“ Ein Anti-BDS Beschluss und dessen Konsequenzen für Israel, Palästina und Deutschland

Zu einem runden Tisch laden die Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost und der Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost West ein.

An die Bundestagsabgeordneten: „Bin ich Antisemitin?“ Ein Anti-BDS Beschluss und dessen Konsequenzen für Israel, Palästina und Deutschland

Mittwoch, 26. Juni, 2019, 19:00 Uhr,

Haus der Demokratie und Menschenrechte, Robert-Havemann-Saal,

Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin

Unter der an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags gerichteten Frage: „Bin ich Antisemitin?“ veröffentlichte die israelische Autorin, Journalistin, Übersetzerin und Herausgeberin, Dr. Ilana Hammerman, in der israelischen Tageszeitung Ha`aretz ihre Antwort auf den am 17. 05. 2019 erfolgten Bundestagsbeschluss, der die BDS Bewegung mit Antisemitismus gleichsetzt (https://www.juedische-stimme.de/2019/05/30/ilana-hammerman-antwort-an-die-mitglieder-des-bundestags/).

Mit der Annahme des Antrags begrüßte der Bundestag, dass zahlreiche Gemeinden bereits beschlossen hätten, der BDS-Bewegung oder Gruppierungen, die Sanktionen gegen israelische Institutionen befürworten, die finanzielle Unterstützung und die Vergabe kommunaler Räumen zu verweigern. Projekte, die zum Boykott aufrufen oder die BDS-Bewegung unterstützen, dürften nicht finanziell gefördert werden.

Über die Bedeutung dieses Beschlusses für die Wahrnehmung des Rechts auf  freie Meinungsäußerung (Artikel 5 des Grundgesetzes) und für die Antisemitismus-Debatte sowie seinen Einfluss auf die Arbeit von Menschenrechtsorganisationen in Palästina/Israel, aber auch in Deutschland, diskutieren mit Dr. Ilana Hammerman,

Prof. Micha Brumlik, Erziehungswissenschaftler und Publizist, emeritierter Professor am Fachbereich Erziehungswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main und ehemaliger Leiter des Fritz Bauer Instituts (2000-2005) sowie die Rechtsanwältin für deutsches und internationales Strafrecht  Nadija Samour, die Menschen aus der palästinensischen Community vertritt.

Den Abend wird der ehemalige TAZ-Redakteur, Journalist und Autor Daniel Bax moderieren.    


Video der letzten Veranstaltung:

„Die Deutschen wollen jetzt die besseren Juden sein!“

Am 26. Mai 2019 hatten Jüdische Stimmen für gerechten Frieden in Nahost aus Israel das Wort, die jetzt in Berlin leben. Sie verwarten sich entschieden gegen ihre Verleumdung als „Antisemiten“ durch deutsche und israelische Politik und bekräftigten ihre Kritik an der  israelischen Besatzungs- und Apartheidpolitik gegenüber den Palästinenser/innen. weiterlesen »